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Leningrader Blockade30.06.2011

Vor siebzig Jahren überfiel Hitlerdeutschland die UdSSR.
Damit begann ein Vernichtungskrieg von unvorstellbarem Ausmaß.
Ein Beispiel unter vielen für den Vernichtungswillen der deutschen
Führung war die Leningrader Blockade.

Das Buch “Blokada” der britischen Zeithistorikerin Anna Reid erschien 2011
und wurde in deutscher Sprache im Berlin Verlag herausgebracht.

Es dokumentiert und skizziert das Grauen der 900 – tägigen Blockade
Leningrads, die am 8. September 1941 begann.
Durch umfangreiche Recherchen, Berichte von Zeitzeugen und andere
Informationen entstand ein Bild, das die fast unwirklichen Zustände in
der belagerten Stadt und in den Seelen und Köpfen der Menschen zu
vermitteln versucht.
Es zeigt, wie durch extremen Hunger und Kälte Menschen in
gespenstische und jenseits aller Realität liegende Wirklichkeiten
gedrängt werden können.
Absolut irreales Verhalten, unvorstellbarer Heldenmut und auch vereinzeltes Fehlverhalten bis hin zum
Verbrechen waren die Folge der tödlichen Umklammerung Leningrads durch
die faschistische Wehrmacht.

Anna Reid hinterfrägt auch kritisch die Haltung der damaligen
sowjetischen Führung in dieser Zeit und damit auch manche
liebgewonnene sowjetische Heldenlegende.
Dies mindert nicht die tiefe Betroffenheit, die das Buch den Lesern
vermittelt und hinterläßt.
Im Gegenteil: es macht das Festhalten der Betroffenen an Legenden und auch manch
anderes für westliche Leser verständlicher.

“Blokada” ist jedenfalls lesenswert und macht uns sehr nachdenklich.
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