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Österreich und das Ende des Weltkrieges16.07.2010

Dem 9. Mai, der in der Russische Föderation als “Tag des Sieges” gefeiert wird und der hier zu den wichtigsten Festtagen zählt, wird in den Ländern Österreich und Deutschland keinesfalls dieselbe Aufmerksamkeit geschenkt, wie in Russland.

Nach dem Einmarsch Hitlers in Österreich und dem damit vollzogenen Anschluß wurden das österreichische Bundesheer und alle Wehrpflichtigen in die Deutsche Wehrmacht eingegliedert, und Österreich hatte aufgehört, als eigener Staat zu existieren.

Nach der Kapitulation im Mai 1945 hatte man auch als Österreicher deshalb vielfach das Gefühl, man habe den Krieg verloren, und das Land sei durch die Truppen der Alliierten besetzt worden. Das volle Ausmaß der Naziverbrechen wurde erst allmählich bekannt und dabei gleichzeitig vielfach aus dem Bewußtsein vieler Menschen verdrängt.

Man kann mit Recht sagen, daß der 9. Mai in Russland nicht so sehr als Sieg über die Deutsche Wehrmacht sondern in erster Linie als Sieg der Alliierten über den Faschismus begangen und gefeiert wird.

Sieg über den Faschismus bedeutet Sieg über Unmenschlichkeit, Bestrafung verantwortlicher Verbrecher und einen wichtigen Schritt hin zum Frieden.

Und so wird dieser “Tag des Sieges über den Faschismus” in letzter Konsequenz zu einem Tag, dem auch ehemalige Angehörige der Deutschen Wehrmacht positive Aspekte abgewinnen könnten, denn er bedeutet auch für sie das Ende eines blutigen Krieges und eines verbrecherischen Systems, dem sie einige Jahre völlig unterworfen und fast wehrlos ausgeliefert waren.

Diese Sichtweise wird zunehmend von immer mehr Menschen in Österreich verstanden.

Es soll deutlich betont werden, daß die in unserer Heimat Österreich gefallenen Rotarmistinnen und Rotarmisten nicht vergessen sind und nie vergessen sein werden.

Ihre Grabanlagen und Denkmäler werden entsprechend den seinerzeitigen sowjetisch – österreichischen Regierungsvereinbarungen gepflegt und restauriert, Bürgerinnen und Bürger, Gemeinden und Vereine – wie zum Beispiel das “Schwarze Kreuz” – sorgen für Blumenschmuck und Kränze zu bestimmten Anlässen und für ein würdiges Gesamtbild der Anlagen.

Ein kürzlich mit Hilfe der russischen Botschaft und des österreichischen Boltzmanninstitutes vom österreichischen Autor Ing. Peter Sixl verfaßtes Buch enthält und beschreibt sämtliche in Österreich befindlichen sowjetischen Friedhöfe, Grabanlagen und Denkmäler. Dieses Werk trägt damit ebenfalls dazu bei, die im Kampf gegen Hitlerdeutschland ums Leben gekommenen Angehörigen der Roten Armee nicht zu vergessen und ihnen jenen Platz in der Österreichischen Geschichte zu sichern, den sie als Befreier unserer Heimat vom Faschismus verdienen.

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