Wir bauen Brücken zwischen Ost und West.

zum 8. März

“Russlands starke Frauen auch heutzutage.”

Episode 1:

im Trolleybus Nr. 13 im winterlichen St. Petersburg. Zwei Kontrollore
kommen und prüfen die Fahrscheine. Eine etwa sechzigjährige Dame ist
ohne Fahrschein, zeigt aber einen Ausweis, dass sie aus Tschernobyl
kommt und deshalb kostenlos fahren darf. Die jungen Kontrollorgane
akzeptieren dieses Dokument nicht, kennen es wohl auch nicht und
bestehen rüde auf Bezahlung und Strafzahlung. Die Frau hat das Geld
nicht und besteht auf ihrem Recht, andere weibliche Passagiere mischen
sich auf Seite der Frau wortgewaltig ein, die Diskussion wird zum
lautstarken Streit.

Bei der nächsten Haltestelle öffnet sich die Türe des Busses, und die
weibliche Phalanx drängt die beiden Burschen machtvoll aus dem Bus;
beide purzeln verdutzt in den Schnee.

Der Bus fährt weiter, die weiblichen Fahrgäste klatschen heftig
Beifall, die männlichen Passagiere blicken stumm und regungslos vor
sich hin.

Episode 2:

Straßenbahnlinie 5 im abendlichen Graz. Drei junge Burschen lümmeln
auf den Sitzen des voll besetzten Waggons. Eine ältere gehbehinderte
Dame sucht vergebens eine Möglichkeit, sich zu setzen. Eine junge
Zuwanderin aus Russland ersucht das Trio, der Dame Platz zu machen,
erntet aber nur freche Antworten.

Da platzt der Russin der Kragen, sie zieht einen der drei an den Ohren
von seinem Sitz und schreit ihn an: “mit Terroristen verhandle ich
nicht.” Diese völlig unerwartete Reaktion zeigt überraschende Wirkung.
Schockiert und stumm verlassen die drei Helden bei der nächsten
Haltestelle die Straßenbahn.

Wie schon gesagt: “Russlands starke Frauen auch heutzutage !”

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