Wir bauen Brücken zwischen Ost und West.

Österreich und das Ende des Weltkrieges

Dem 9. Mai, der in der Russische Föderation als “Tag des Sieges” gefeiert wird und der hier zu den wichtigsten Festtagen zählt, wird in den Ländern Österreich und Deutschland keinesfalls dieselbe Aufmerksamkeit geschenkt, wie in Russland.

Nach dem Einmarsch Hitlers in Österreich und dem damit vollzogenen Anschluß wurden das österreichische Bundesheer und alle Wehrpflichtigen in die Deutsche Wehrmacht eingegliedert, und Österreich hatte aufgehört, als eigener Staat zu existieren.

Nach der Kapitulation im Mai 1945 hatte man auch als Österreicher deshalb vielfach das Gefühl, man habe den Krieg verloren, und das Land sei durch die Truppen der Alliierten besetzt worden. Das volle Ausmaß der Naziverbrechen wurde erst allmählich bekannt und dabei gleichzeitig vielfach aus dem Bewußtsein vieler Menschen verdrängt.

Man kann mit Recht sagen, daß der 9. Mai in Russland nicht so sehr als Sieg über die Deutsche Wehrmacht sondern in erster Linie als Sieg der Alliierten über den Faschismus begangen und gefeiert wird.

Sieg über den Faschismus bedeutet Sieg über Unmenschlichkeit, Bestrafung verantwortlicher Verbrecher und einen wichtigen Schritt hin zum Frieden.

Und so wird dieser “Tag des Sieges über den Faschismus” in letzter Konsequenz zu einem Tag, dem auch ehemalige Angehörige der Deutschen Wehrmacht positive Aspekte abgewinnen könnten, denn er bedeutet auch für sie das Ende eines blutigen Krieges und eines verbrecherischen Systems, dem sie einige Jahre völlig unterworfen und fast wehrlos ausgeliefert waren.

Diese Sichtweise wird zunehmend von immer mehr Menschen in Österreich verstanden.

Es soll deutlich betont werden, daß die in unserer Heimat Österreich gefallenen Rotarmistinnen und Rotarmisten nicht vergessen sind und nie vergessen sein werden.

Ihre Grabanlagen und Denkmäler werden entsprechend den seinerzeitigen sowjetisch – österreichischen Regierungsvereinbarungen gepflegt und restauriert, Bürgerinnen und Bürger, Gemeinden und Vereine – wie zum Beispiel das “Schwarze Kreuz” – sorgen für Blumenschmuck und Kränze zu bestimmten Anlässen und für ein würdiges Gesamtbild der Anlagen.

Ein kürzlich mit Hilfe der russischen Botschaft und des österreichischen Boltzmanninstitutes vom österreichischen Autor Ing. Peter Sixl verfaßtes Buch enthält und beschreibt sämtliche in Österreich befindlichen sowjetischen Friedhöfe, Grabanlagen und Denkmäler. Dieses Werk trägt damit ebenfalls dazu bei, die im Kampf gegen Hitlerdeutschland ums Leben gekommenen Angehörigen der Roten Armee nicht zu vergessen und ihnen jenen Platz in der Österreichischen Geschichte zu sichern, den sie als Befreier unserer Heimat vom Faschismus verdienen.

Virtuosen aus St. Petersburg

Mitte Oktober 2009 gaben die berühmten „St. Petersburger Virtuosi“ zwei Konzerte im Burgenland: im Kursalon Bad Tatzmannsdorf und in der großen Franz Liszt Halle in Raiding.

Natalia Gorbenko am Klavier und Michail Sentchourov mit seiner Balalaika bezauberten das Publikum durch ihre fast unerreichbare Virtuosität, die die Konzerte zu wahren musikalischen Feuerwerken werden ließen und die Zuhörer zu wahren Begeisterungsstürmen hinrissen.

Vor zwei Jahren hatte eine burgenländische Reisegruppe mit dem Franz Liszt Chor in St. Petersburg Gelegenheit, ein Konzert dieser hervorragenden Künstler zu hören und man war von dem Gebotenen so begeistert, daß man gemeinsam mit der ÖRG eine Einladung nach Österreich organisierte.

Und so hatte sich wieder einmal die alte Weisheit bestätigt, daß aus persönlichem Kennenlernen sich immer wieder großartige Ereignisse und Erlebnisse sowie dauerhafte Freundschaften ergeben können.

Russische Abende

Diese Veranstaltungen werden immer wieder gerne von Gemeinden, Schulen oder sonstigen Körperschaften wahrgenommen.
Vielfach bewährt hat sich z.B. folgendes Modell :

  • Die ÖRG zeigt eine interessante Powerpoint – bzw. Videopräsentation über Russland – Schwerpunkt St. Petersburg. ( ca. 20 bis 30 Minuten )
  • In einem darauffolgenden Impulsreferat ( ca. 25 Minuten ) werden aktuelle Themen aus der heutigen Russischen Föderation ( z.B. Politik, Kunst und Kultur, Soziales, russische Bürger/innen und russischer Alltag, usw…) behandelt, und in der Diskussion besonders interessierende Themen und Fragen mit dem Publikum ausführlich diskutiert und beantwortet.

Ergänzende Möglichkeiten z.B.:

  1. Die Veranstaltung kann musikalisch umrahmt werden.
  2. Von der ÖRG wird Tee vom Samowar angeboten.
  3. Die Gemeinde bietet dem Publikum ein typisches russisches Gericht an (etwa die traditionelle Suppe Borschtsch ) das mit Hilfe der ÖRG zubereitet wird.

Kosten

Alle Leistungen der ÖRG sind ehrenamtlich und daher kostenlos. Allenfalls sind die Fahrtkosten für eine Person zu ersetzen.
Die Gemeinde stellt üblicherweise den Raum zur Verfügung sowie die Rohstoffe für die Suppe ( Fleisch, Kraut, Rote Rüben und sonst. Gemüse sowie Gewürze ) und die Kochmöglichkeit. Praktische Hilfe und nötige Rezepte liefert die ÖRG !

Die Russische Sprache

Im Burgenland wird die Russische Sprache nicht nur an einigen engagierten Höheren Schulen sondern auch an einer Hochschule gelehrt.
An der Fachhochschule Eisenstadt wird jährlich – meist im April – ein „Tag der Russischen Sprache“ organisiert, bei dem die Studierenden nicht nur Sprachkompetenz sondern auch schauspielerisches und pantomimisches Talent zeigen.
Zwischen dieser Hochschule und einer St. Petersburger Universität gibt es – ebenso auch auf verschiedenen schulischen Ebenen – Kontakte, die schon zu Schüleraustausch und Studentenaustausch sowie Studien- und und Praxisaufenthalten ( und sogar zu einer burgenländisch – russischen Verlobung ) geführt haben.
Die ÖRG ist bei der Anbahnung und Pflege von Kontakten zwischen Schulen, Hochschulen, Firmen u. a. Interessierten gerne behilflich.

St. Petersburg – Reisen

Eine einwöchige touristische und Bildungsreise im Juli ist bereits seit Jahren ÖRG – Tradition, die wir in Zusammenarbeit mit einem österreichischen und einem russischen Reisebüro jedes Jahr organisieren.
Dabei legen wir besonders Wert auf individuelle Betreuung, und es ergeben sich immer wieder interessante und vielfältige Möglichkeiten, auf diesen Reisen einen besonderen Bezug zum Burgenland herzustellen.
So konnten wir etwa vor zwei Jahren ein Konzert des Franz Liszt Chores in einer evangelischen Kirche am Nevskijprospekt organisieren, das sehr gut besucht war und großen Anklang fand.
Nach dem Konzert luden die Chormitglieder das Publikum zu Kaffee und Kuchen in der Kirche ein, was sehr gerne und dankbar angenommen wurde.
Auch auf dem Pikarowskojefriedhof, auf dem über eine halbe Million Zivilpersonen begraben ist, die Opfer der Blockade im zweiten Weltkrieg wurden, sangen die Chormitglieder spontan zwei passende und sehr berührende Lieder.
Im Rahmen dieses Aufenhaltes und durch persönliche Begegnungen erfuhren die Burgenländer von Handschriften von und über Franz Liszt, die sich in der St. Petersburger Nationalbibliothek befinden.
Im darauffolgenden Jahr konnten nach Erwirken der entsprechenden Genehmigungen Kopien der interessantesten Dokumente erhalten und ins Burgenland gebracht werden.

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